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Engpässe in der medizinischen Versorgung - Ärzte sind Besorgt

Nach einer Umfrage, die das IfD Allensbach im September und Oktober 2008 durchgeführt hat, fürchtet die Mehrheit der deutschen Ärzte eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung. 57 % der befragten 517 niedergelassenen und Klinikärzte in Deutschland sind der Ansicht, dass die Versorgung in den letzten zwei bis drei Jahren schlechter geworden ist. Dennoch sind 80 % der Befragten der Meinung, dass das Niveau der Gesundheitsversorgung nach wie vor „gut“ oder sogar „sehr gut“ sei.
Für die Zukunft sind die Erwartungen jedoch düster. So denken 84 % der Ärzte, dass sie künftig zur Behandlung nicht mehr alle notwendigen medizinischen Leistungen erbringen können. 81 % gehen davon aus, dass der heutige Stand in zehn Jahren nicht mehr gewährleistet werden kann.

Für ihre persönliche Situation erwarten die Ärzte, dass ihnen immer weniger Zeit bleibt, sich ausreichend um die Patienten zu kümmern. Diese Sorge teilen besonders die Krankenhausärzte, von denen schon jetzt gut die Hälfte den Zeitmangel als akutes Problem betrachtet.
Insgesamt sehen die Mediziner eine weitere Ursache für künftige Versorgungsengpässe in der schwindenden Attraktivität des Arztberufes. 53 % sind der Ansicht, die jetzt schon schwierigen und künftig noch schwerer werdenden Arbeitsbedingungen führen zu einem Rückgang der verfügbaren Ärzte. Zweidrittel würden sogar jungen Kollegen in der Ausbildung davon abraten, sich als Arzt niederzulassen. Besonders die Ärzte auf dem Land und in mittelgroßen Städten nehmen daher an, dass es hier künftig zu wenig Kollegen gibt.
Obendrein teilen drei Viertel der Ärzte die Befürchtung, dass ihnen die Unterstützung durch einen Mangel an ausgebildeten Pflegekräften verloren geht.