Hoffnungsträger Gesundheitswirtschaft

Hoffnungsträger Gesundheitswirtschaft?

Im September 2008 fand in Hamburg der 4. Gesundheitswirtschaftskongress statt. 700 Fachleute aus der Hamburger Gesundheitswirtschaft diskutierten mit Vertretern von Bund und Ländern die Anliegen der Gesundheitsbranche. Dabei wurde klar, dass die Gesundheitswirtschaft ein großer Wachstumsmarkt ist. Bis 2020 wird ein Wachstum von 85 % erwartet. Bleibt die Frage, wer diese gigantische Summe bezahlen soll. Größter Finanzier ist derzeit die gesetzliche Krankenversicherung. Deren Gesundheitsfonds liegt 2009 bei ca. 170 Milliarden, der von der Bundesregierung festgelegte Beitragssatz liegt bei 15,5 %. Bis 2011 wird es wohl keine Erhöhung geben. Dann bleiben noch 9 Jahre, in der das ehrgeizige Ziel mindestens durch eine Verdoppelung des Finanzvolumens im Gesundheitsfonds erreicht werden könnte.
Die Experten der Krankenkassen hatten im Vorfeld der Einführung des Gesundheitsfonds davor gewarnt,
dass der beschlossene Beitragssatz von 15,5 % für die Finanzierung des Gesundheitswesens nicht ausreiche, denn wesentliche Kostenfaktoren sind in den staatlichen Planungen nicht enthalten:

  • Zusagen der Bundesregierung an die  Leistungserbringer Krankenhäuser und Ärzte, die etwa 5,5 bis 6 Milliarden kosten dürften.
  • Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ca. 1 Mrd. €
  • gesetzliche vorgesehene Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds von 2-3 Milliarden
  • Fortsetzung des ungebremsten Anstiegs der Arzneimittelkosten (ca. 2-3 Milliarden)

Das Wirtschaftspflänzlein Gesundheitswesen wird vom Raureif staatlichen Denkens und parteipolitischen Kalküls erdrückt.
Da können nur Tagträumer die Realisierung ihrer Hoffnungen erwarten. So lange das Gesundheitswesen finanziell durch den Staat gesteuert wird, kann es sich wirtschaftlich kaum so entwickeln, wie es die versammelten Fachleute und vor allem die anwesenden Politiker aller Couleur sich wünschen.