Presseinformation 18.10.2010

2 ½  Jahre medsonet Die Gesundheitsgewerkschaft im CGB

 

Frage: medsonet Die Gesundheitsgewerkschaft hat sich vor 2 ½  Jahren in Fulda gegründet, was waren die Gründe und was wurde seit dem erreicht?

Wolfgang Frank, Hauptgeschäftsführer der Gewerkschaft medsonet: Die Gründung der medsonet erfolgte auf Initiative von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen und sozialen Diensten, diese wurde am 5.März 2008 in Fulda umgesetzt.

Unter dem Dach des Deutschen Gewerkschaftsbundes gab es nie eine Fachgewerkschaft für das Gesundheitswesen. Mit der Gründung der medsonet haben wir den Wunsch nach einer fachbezogenen Interessenvertretung der Arbeitnehmerschaft im Bereich des Gesundheitswesens und der sozialen Dienste nun verwirklicht. Dieses Bedürfnis nach einer Gesundheitsgewerkschaft wird im Übrigen auch bestätigt durch die Mitgliederentwicklung und den immensen Zugewinn an Bedeutung der medsonet.

Auch auf der tarifpolitischen Ebene lässt sich der Erfolg sehen: Bis heute haben wir etwa 105 Tarifverträge mit rund 50 Arbeitgebern bzw. Arbeitgeberverbänden verhandelt und abgeschlossen.

 

Frage: Was sind die Ziele der Gesundheitsgewerkschaft medsonet?

Unser Ziel ist es, für unsere Mitglieder eine starke Interessenvertretung in gesundheitspolitischen, berufspolitischen und tarifpolitischen Fragestellungen sicher zu stellen und den organisatorischen Zusammenhalt aller Beschäftigten im Gesundheitswesen außerhalb der Ärzteschaft zu fördern. Dabei verstehen wir uns nicht als Konkurrenz zum Marburger Bund, der sich erfolgreich auf die Ärzteschaft konzentriert hat.

 

Frage: In welcher Form wollen sie die gesteckten Ziele erreichen?

Frank: Das größte Standbein ist das ehrenamtliche Engagement unserer Mitglieder sowie unserer Betriebsräte und Vertrauensfrauen und -männer. Unsere Tarifkommissionen sind besetzt mit aktiv im Gesundheitswesen beschäftigten Kolleginnen und Kollegen. Auch der Vorstand unserer Gewerkschaft setzt sich ausschließlich aus Ehrenamtlichen zusammen, die in Betrieben und Einrichtungen des Gesundheitswesens und der sozialen Dienste tätig sind. Sie sind das Sprachrohr für unsere berufspolitische Arbeit und gewerkschaftliche Ausrichtung. Über den gewerkschaftlichen Dachverband des CGB, unter dessen Dach wir seit 2008 organisiert sind, verleihen wir zudem unseren Forderungen und Themen auch auf bundes- und regionalpolitischer Ebene Stimme und Gehör.

 

Frage: Was beschäftigt sie zur Zeit? Wie schätzen Sie beispielsweise die Lage in den Pflegeberufen ein?

Frank: In den nächsten Jahren werden wir einen Mangel an Pflegekräfte insbesondere in der Altenpflege haben. Die durchschnittliche Verweildauer in dem Beruf liegt in der Akutpflege bei ca. 18 Jahren und in der Altenpflege bei ca.14 Jahre. Es ist also an der Zeit, den Pflegeberuf aufzuwerten, dafür zu sorgen, dass die Arbeit anerkannt wird und durch Tarifvertrag bessere Arbeitsbedingungen sowie auch eine der Aufgaben und Verantwortung angemessene Vergütung gezahlt wird. Ich mache selbst seit über 35Jahren Gewerkschaftsarbeit im Gesundheitswesen und war lange Jahre bei der DAG, die nun in ver.di aufgegangen ist.